Der Zinseszinseffekt

Viele Anleger, die ein Anlageprodukt suchen, achten vor allem auf den Zins, den ihre Bank bietet. Dabei sollte jedoch nicht in erster Linie der Zins, sondern die eigentlich erzielbare Rendite Ausschlag für eine Anlageentscheidung geben. Unter der Rendite versteht man dabei die tatsächliche Wertsteigerung, die eine Anlage in einem bestimmten Zeitraum erzielt. Auch die Inflation spielt daher bei der Renditeberechnung eine wichtige Rolle, denn eine hohe Inflation kann auch eine hohe Rendite zunichte machen.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor in diesem Bereich ist der Zinseszinseffekt. Er entsteht, wenn Zinsen für eine Anlage nicht nur einmal jährlich, sondern auch unterjährig ausgezahlt werden. Durch die häufige Auszahlung der Zinsen erhöhen diese den eigentlichen Anlagebetrag und somit die Grundlage für die Verzinsung, der Zinsertrag steigt also von Monat zu Monat. Vor allem bei Tagesgeldkonten, deren Zinsen vierteljährlich oder gar monatlich bezahlt werden, kann so die Rendite um bis zu 0,2% p.A. gesteigert werden.

Bei einem Vergleich der Tagesgeldprodukte sollte daher immer auch der Zinszahlungsmodus in den Blickwinkel fallen. Zu den Instituten, die die Zinsen für ihre Kunden derzeit monatlich auszahlen, gehören die DKB Bank sowie die Mercedes Bank. Die Mehrzahl der Tagesgeldanbieter hingegen überweisen ihren Kunden die Zinsen nur vierteljährlich. Einige, darunter die 1822direkt Bank, die Comdirect Bank und die ING-DiBa. Dagegen überweisen insbesondere ausländische Banken ihren Kunden die Zinsen nur jährlich. In diesen Fällen können Kunden nur dann einen Zinseszinseffekt erzielen, wenn das Geld sehr langfristig oder als Sparplan angelegt ist.